"Meine gesamte Arbeit als feministische Designerin ist von Musen inspiriert—starken weiblichen Ikonen aus Vergangenheit und Gegenwart. Obwohl Frauen über Jahrhunderte hinweg marginalisiert wurden, gab es sie immer: Archetypen weiblicher Stärke. Mit meinen Designs bringe ich sie zu dir. Um gemeinsam die Welt des modernen Feminismus zu gestalten.
In dieser Saison stelle ich dir nicht nur eine, sondern gleich zwei Legenden vor. Frauen auf zwei Seiten derselben Klinge. Obsession. Gefahr. Verführung. Kontrolle. Lerne die MI5-Agentin Eve Polastri kennen—und die Auftragskillerin, die sie nicht loslassen kann: Villanelle."
- Marlies Dekkers

ÜBER MEINE MUSE
Sie ist eine Auftragskillerin. Sie tötet für Geld. Und doch konnte ich nicht wegsehen. An Villanelle fasziniert mich etwas—fast schon Grenzüberschreitendes. Sie ist alles, was Frauen angeblich nicht sein dürfen: manipulativ, gefährlich, unberechenbar. Sie lügt, verführt und tötet. Und sie tut es in Designer-Heels und makellosen Outfits. Es ist verstörend und zugleich faszinierend—und genau darin liegt ihre Kraft. Solche Figuren kennen wir von Männern. Dexter. Hannibal. Sogar James Bond. Kalte, clevere Killer mit Stil und Charisma. Doch wenn eine Frau diese Rolle übernimmt, verändert sich die Perspektive. Plötzlich stellt sie Erwartungen infrage. Warum gelten diese Eigenschaften bei Frauen als inakzeptabel, während sie bei Männern gefeiert werden? Beim Zuschauen empfand ich gleichzeitig Abscheu und Bewunderung. Sie bricht jede Regel—nicht nur gesellschaftliche, sondern auch die, wie Frauen sich verhalten sollen. Und trotzdem… ist sie magnetisch. Kraftvoll. Unübersehbar.
Und dann ist da Eve—die MI5-Agentin, die sie jagt. Intelligent, unbeholfen, besessen. Ihre Beziehung ist komplex. Es geht nicht nur um Gut gegen Böse. Es ist ein Spiegel—eine Spannung zwischen zwei Frauen, in der die eine von dem angezogen wird, was die andere verkörpert. Diese Dynamik kenne ich auch aus meinem eigenen Leben. Dieses Ziehen zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir sein könnten, wenn wir Erwartungen loslassen. Villanelle ist nicht jemand, der ich werden möchte. Aber sie inspiriert mich, mutiger zu sein. Mich nicht mehr zurückzuhalten. Komplexität zuzulassen—Widersprüche, sogar Chaos. Weiblichkeit nicht als Schwäche zu sehen, sondern als Strategie. Nicht als Anpassung, sondern als Selbstbestimmung. Als Frauen lernen wir oft, uns anzupassen. Berechenbar zu sein. Gefällig. Akzeptabel. Villanelle ist nichts davon—und genau deshalb habe ich sie als Muse gewählt. Denn manchmal ist das Radikalste, was du tun kannst: Raum einzunehmen, ohne um Erlaubnis zu fragen. Das Fragezeichen zu sein in einer Welt, die nach Antworten verlangt. Vielleicht ist sie die Böse. Aber sie ist auch der Funke. Und manchmal ist genau das, was wir brauchen.
-XXX- Marlies

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